Kino ist Macht. Zwischen 1933 und 1945 war die deutsche Filmindustrie kein Ort der Träume, sondern eine Fabrik für Ideologie. Während die Ufa unter den Nazis zur Propaganda-Waffe wurde, kämpften Künstler hinter den Kulissen um ihr Überleben – oder zahlten den höchsten Preis.

Propaganda vs. Menschlichkeit
Die Waffen des Regimes: Mit Filmen wie Jud Süß (Hetzfilm) oder Triumph des Willens (Leni Riefenstahl) wurden Hass und Führer-Kult perfekt inszeniert.

Die Verfolgten: Stars wie Otto Wallburg oder Joachim Gottschalk wurden aussortiert, in den Suizid getrieben oder im KZ ermordet – oft nur wegen ihrer Herkunft oder ihrer Liebe zu jüdischen Partnern (wie bei Renate Müller).

Romy Schneider: Das Schweigen brechen
Jahrzehnte später weigerte sich ein Weltstar, die Augen zu verschließen. Romy Schneider nutzte ihren Fame, um die „Schuldfrage“ der Elterngeneration radikal zu stellen.

Ihr Vermächtnis: Ihr letzter Film Die Spaziergängerin von Sanssouci (1982) war ein Herzensprojekt. Sie widmete ihn ihrem Sohn David und ihrem Ex-Mann Harry Meyen, der als Jude ein KZ überlebt hatte.

Haltung zeigen: Romy verkörperte den Schmerz der Emigration und die Wut über die Gräuel der SA. Sie machte Filmgeschichte zur Mahnung.

Kino war im Nationalsozialismus kein Hobby – es war eine Waffe. Die Ufa (Universum Film AG) war damals der mächtigste Filmkonzern Europas und wurde nach 1933 zum wichtigsten Werkzeug für Goebbels’ Gehirnwäsche.

Die „Morgengabe“ an Hitler

Schon drei Tage nach Hitlers Machtübernahme zeigte die Ufa im Berliner Palast den Film Morgenrot. Es war ein klares Signal: Die Filmindustrie steht hinter dem neuen Regime. Unter dem Boss Alfred Hugenberg wurde Militarismus und Aufrüstung zum neuen Standard auf der Leinwand.

Ablenkung & Vorbereitung

Bevor die harten Propagandafilme kamen, nutzte die Ufa „Feel-Good-Movies“ wie Die drei von der Tankstelle. In der Wirtschaftskrise sollten diese Filme die Menschen bei Laune halten und sie unterschwellig auf die autoritäre Führung vorbereiten.

Das Drehbuch des Hasses

Ab 1933 wurde die Filmwelt radikal „gleichgeschaltet“. Wer nicht passte, wurde aussortiert. Statt Kunst gab es Ideologie:

Führerkult: Filme wie Der große König sollten blinden Gehorsam als Ideal verkaufen.

Kriegsvorbereitung: Streifen wie Heimkehr schürten gezielt Hass gegen Polen, um den Überfall psychologisch zu rechtfertigen.

Das Extrem: Der abscheuliche Hetzfilm Jud Süß feuerte den Antisemitismus an und bereitete die Bevölkerung auf den Holocaust vor.

 

Tödliche Verstrickungen

Die Ufa war kein harmloses Studio. Sie war eng verknüpft mit der Industrie des Todes. Ein entscheidender Mitaktionär der Ufa war die IG Farben – genau die Firma, die das Giftgas für die Gaskammern in den KZs produzierte.

 
 
 
 
 

Schicksale hinter der Leinwand: Eine Chronik des Verlusts

Die Nationalsozialisten löschten nicht nur Karrieren aus, sie versuchten, ganze Namen aus der Geschichte zu streichen. Diese Liste ist ein Bruchteil der Tausenden, die das deutsche Kino prägten und dann verfolgt wurden.